Am Schauplatz: "Der gemachte Winter"

Wien (OTS) - Rund um Weihnachten schwärmen Bienen, im Februar fliegen die Pollen. Der diesjährige Winter hat den Österreichern drastisch vor Augen geführt, was die globale Erwärmung auslöst. In den vergangenen 150 Jahren ist die Durchschnittstemperatur in den Alpen um zwei Grad gestiegen. Bis 2050 kommen weitere 1,5 Grad dazu, sagen Klimaforscher. Manche Städter mögen sich über warme Winter freuen. Für den Wintertourismus, an dem in Österreich 250.000 Arbeitsplätze hängen, sind sie eine Bedrohung. Skigebiete bieten Arbeitsplätze in oft strukturschwachen Regionen. Etwa zwölf Milliarden Euro Umsatz werden österreichweit erwirtschaftet. Was bedeutet es für den Wintertourismus, wenn die Temperaturen weiter steigen?

Dieser Frage ist Alfred Schwarzenberger für die „Am Schauplatz“-Reportage „Der gemachte Winter“ – zu sehen am Donnerstag, dem 3. März 2016, um 21.05 Uhr in ORF 2 – nachgegangen. Er hat mit Wirtschaftsexperten gesprochen, ebenso mit Liftbetreibern, Skifahrern und Klimaforschern.

 

Immer größer wird der Aufwand, den die Skigebiete betreiben müssen, damit ihre Pisten weiß sind. Aber künstliche Beschneiung ist teuer. Das spürt auch der Skifahrer an der Liftkasse. Bis zu 51 Euro kosten Tageskarten in großen Skigebieten. Viele Österreicher können oder wollen sich das nicht mehr leisten. Schulskikurse sind nicht mehr verpflichtend, dadurch fehlt es dem einstigen Volkssport zunehmend an Nachwuchs.

 

In den großen Skigebieten im Westen fällt das nicht so auf, hierher kommen zahlungskräftige Ausländer. „Unsere Betten sind praktisch ausgebucht“, heißt es in Saalbach-Hinterglemm-Fieberbrunn – mit 270 Pistenkilometern das größte Skigebiet Österreichs. Aber viele kleine Orte, vor allem in tieferen Lagen, kämpfen ums Überleben. Die Gäste sind anspruchsvoller geworden, verlangen Schneesicherheit, beheizte Lifte und schicke Hotels mit Wellnessoasen.

 

Auf der Kärntner Hebalm konnte man da nicht mehr mit. Das kleine Skigebiet, wo Generationen von Steirern und Kärntnern ihre ersten Bogerln fuhren, hat aufgegeben und die Lifte abmontiert. Das habe Folgen für die ganze Region, erfuhr das „Am Schauplatz“-Team beim Lokalaugenschein. Sechs der acht Wirte hätten zugesperrt, Bäcker Kollmann verkauft statt 300 nur mehr 20 Semmeln pro Tag.

 

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar oder zu bestellen beim Kundendienst der ORF.