Statistische Spielereien verstellen den Blick aufs Wesentliche

Im Winter wird’s in den Alpen kälter, behaupten zwei Österreicher, indem sie willkürlich meteorologische Daten interpretieren. Damit gefährden sie echte Innovation im Tourismus, warnt Christian Baumgartner, Vize-Präsident von CIPRA International.

Kurz vor Weihnachten veröffentlichten ein österreichischer Seilbahn-Funktionär und ein Tourismusforscher eine aufsehenerregende Analyse: Nach einer Auswertung von meteorologischen Stationen in den Bergen sei der Winter in den letzten 30 Jahren nicht wärmer, sondern kälter geworden. Der Klimawandel scheint sich demnach auf nicht-alpine Gebiete zu beschränken. Die Studie zeigt sich im Detail aber als fragwürdig; die beiden erweisen der langfristigen wirtschaftlichen Absicherung des Tourismus damit einen Bärendienst.

Für die Untersuchung wurden selektiv nur einige Stationen herangezogen, und selbst an diesen Stationen gab es bereits in den Jahren vor dem Beginn der untersuchten Datenreihe eine ungewöhnliche Erhöhung der Temperatur. Die Untersuchung setzte also auf sehr hohem Temperaturniveau an.

Bereits den dritten Winter in Folge sind die Hackl-Lifte in Vorderstoder nur an wenigen Tagen in der Saison in Betrieb
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