Mögliche Alternativen für die Pyhrn-Priel-Region

Einige Touristiker der Region machen uns gerne glauben, dass es keine Alternative zum Skigebietszusammenschluss gibt. All jene, die andere Argumente anführen als sie, werden als "Verhinderer" in ein Eck gestellt. Doch es gibt sehr wohl Auswege, aus jener Sackgasse, in die jetzt gesteuert wird. Bereits jetzt fahren 50 % der Winternächtigungsgäste in der Region nicht mehr Alpinski. Sie kommen wegen der zauberhaften und unberührten Landschaft, um Ruhe und Entschleunigung sowie ehrliche Gastfreundschaft zu erfahren, weitab von Industriegebieten oder Massentourismus.

In der Tourismusbranche bedarf es vor allem für den Wintertourismus aufgrund des Klimawandels einer grundlegenden Änderung des Geschäftsmodells. Wegen der Schneeunsicherheit in der Pyhrn-Priel-Region sowie in den meisten anderen Skigebieten müssen Alternativangebote entwickelt werden, die dafür sorgen, dass die Abhängigkeit vom Skitourismus reduziert wird und die Angebote in Richtung Ganzjahrestourismus flexibilisiert und diversifiziert werden. Diese Maßnahmen stärken darüber hinaus die Vor- und Nachsaison.

 

Diese Überlegungen betreffen das gesamte Angebotsspektrum, angefangen vom Verkehr und der Möglichkeit, umweltfreundlich und klimaschonened anzureisen und vor Ort dennoch mobil zu sein. Weiters gehören regionale Besonderheiten betont, wie z. B. Kultur, Handwerk, Bio-Lebensmittel, Landschaft. Eine breitere terminliche Streuung, um zu den Ferienzeiten die zeitlich konzentrierten Tourismusströme zu entzerren, ist anzustreben.

Wie die FAZ berichtete, liegt die Zukunft des Winters im Genuss. "Sie müssen der Individualität den Vorrang geben, dass sich jeder pudelwohl fühlt. Die Gäste suchen das Ortstypische, die Einfachheit der Zirbenstube, die Menschlichkeit der Ansprache." (Skifahren wird zum Luxussport, 23. November 2012)

Die Hackllifte in Vorderstoder waren in der Saison 2013/14 nur wenige Tage in Betrieb.
Die Hackllifte in Vorderstoder waren in der Saison 2013/14 nur wenige Tage in Betrieb.

Es bedarf einer touristischen Neuorientierung, das bedeutet neue und mutige Konzepte und Positonierungen

  • im Hinblick auf den Herbst- und Frühjahrstourismus;
  • mit traditionell "gewachsenen" Urlaubsorten, die ihre "Seele" noch nicht verkauft haben;
  • wo naturnaher Urlaub emotional noch anders "aufgeladen" wird;
  • wo das gemeinsame Erleben, Draußensein und Naturerleben als ein gesundheitsfördernder Wert und als Gegenpol zu unserer virtuellen und hektischen Welt erkannt wird.

Konkrete Projektideen

In der Vergangenheit sind viele Projekte und Qualitätsoffensiven an der Finanzierung gescheitert. Doch für ein einzelnes Projekt sind auf einmal 100 Mio. aus dem öffentlichen Fördertopf kein Problem mehr?

Dabei könnte man mit 100 Mio. viele kleine Unternehmen und Initiativen fördern, die im Einklang mit Mensch und Natur stehen.


  • Wiederbelebung des geschlossenen Tierparks Enghagen mit dem Kinderspielpark,

 

  • Erneuerung und Ausbau des Hallenbads Spital am Pyhrn (wie es der Masterplan vorgesehen hat),

 

  • Finanzierung des Biathlonzentrums Rosenau. In den letzten Jahren stand der Fortbestand immer wegen 20.000 Euro jährlich in Frage. Zusätzlicher Ausbau zu einem Kompetenzzentrum für nordische Sportarten. Weltweit praktizieren viel mehr Menschen nordischen Wintersport als Alpinskilauf.

     
  • Aufbau eines Holzkompetenzzentrums rund um die Türenfabrik Dana und den Furnier-Hersteller Rohol sowie sonstiger Tischlereien in der Region.

Blick über den Tellerrand

Hier möchten wir Ihnen gelungene Initiativen aus anderen Regionen vorstellen.

 

Bergsteigerdörfer:

Diese Initiative vereint Ortschaften, in denen der Alpinismus eine lange Tradition hat. Hier haben die Berge und das Bergsteigen im kulturellen Selbstverständnis der Einheimischen und Gäste einen hohen Wert. Hier ist das Bewusstsein über den notwendigen Einklang zwischen Natur und Mensch noch lebendig und man respektiert natürliche Grenzen. Weniger, dafür besser, das ist ihre gemeinsame Devise. Die Bergsteigerdörfer des Alpenvereins entsprechen damit in besonderer Weise den Zielen der Alpenkonvention, die eine nachhaltige Entwicklung im gesamten Alpenraum anstrebt.

Mit Bus und Fahrrad unterwegs:

Wer Vorarlberg per Fahrrad erleben möchte, kann Teilstrecken jetzt auch bequem mit Bus und Bahn überbrücken. Ermöglicht wird dieses Service durch ein Pilotprojekt der Tourismusregionen in Kooperation mit dem Verkehrsverbund Vorarlberg und seinen Partnern. So ist es möglich, auf ausgewählten Buslinien und in speziell gekennzeichneten Zügen, Fahrräder mitzunehmen.

Download
Pilotprojekt: Mit Bus und Fahrrad unterwegs
vvv-mit-fahrrad-unterwegs.pdf
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Tal der Almen:

Das Großarltal ist ein nebelfreies Hochtal im Süden des Salzburger Landes und beheimatet die beiden Gemeinden Großarl (920 m) und Hüttschlag (1.020 m). Besonders bekannt ist es für seine Vielzahl an bewirtschafteten Almhütten, die dem Tal auch den klingenden Beinamen „Tal der Almen“ eingebracht haben. An die 40 Hütten sind es, die hier die vorbeikommenden Wanderer entlang der rund 400 km markierten Wanderwege und der 120 km ausgeschilderten Mountainbikestrecken mit hausgemachten Köstlichkeiten verwöhnen.

Süße Berge statt Massentourismus:

Ein Netz von Orten und Betrieben in den italienischen Westalpen nähert sich dem Bergtourismus auf neue Art. Unterschiede und Besonderheiten werden in Wert gesetzt.

Bergdorf Priesteregg:

Hüttenurlaub wird immer beliebter, viele wollen ein verlängertes Wochenende abseits der Masse in der Natur verbringen und aus der Stadt raus. Es ist etwas Besonderes und das werden dann v.a. Regionen geschätzt, die nicht überlaufen sind.Es gibt dafür noch ziemlich wenige Bergdörfer bzw. Hütten, in OÖ. Dies ist auch interessant im Hinblick auf B2B - es gibt viele Firmen, die Retreats/Seminare machen und derartige Unterkünfte suchen.

(Per Email, Name der Redaktion bekannt, 21.02.2015)