Wenig Vorteile für Tourismusbetriebe in der Region

"Die gesamte Tourismusentwicklung ist vom Skifahren abhängig"  - geht es nach den Tourismusverantwortlichen in der Pyhrn-Priel-Region, dann gäbe es ohne der Investition von
150 Mio. Euro und der Opferung unberührter Naturräumen kein Überleben, weder für die Betriebe noch für die Bevölkerung.

Angst als Druckmittel

Angst ist immer schon ein bewährtes Mittel der Mächtigen gewesen, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Die Region zählt dazu. Dabei ist es viel bedenklicher, wenn das touristische Angebot zu sehr auf einen Aspekt fokussiert, als diversifiziert mehrere Standbeine zu fördern.

Die Abhängigkeit von einem einzigen Großbetrieb

Fakt ist jedoch, dass die HiWu als Leitbetrieb, ihrem Auftrag nur zögerlich nachkommt - so werden schon längst überfällige Folgeinvestitionen auf der Wurzeralm einfach nicht getätigt. Es scheint, dass dieses kleine familienfreundliche Skigebiet kaputt gespart werden soll. Ein "Zugpferd" ist es jedoch nur eingeschränkt, weil lahm.

 

Ein Beispiel: Im Herbst 2014 waren an der Talstation der Standseilbahn nur eine gemeinsame Toilette für Männer und Frauen geöffnet, teilweise brannte sogar kein Licht im Sanitärraum. Die Einrichtung der Toilette stammt übrigens aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts und harrt schon seit vielen Jahren einer Sanierung. Warum wird die Sanierung nicht in Angriff genommen, wieso wartet man damit zu? Kann es sein, dass es an der Finanzierung scheitert?

 

Noch ein Beispiel: Im schneearmen Winter 2013/14 war es nicht möglich, die Talabfahrt von der Wurzeralm zu beschneien, Grund dafür war ein angeblicher Mangel an Schneekanonen. Dabei waren in den Jahren zuvor immer genügend Geräte vorhanden, ebenso wie Wasser zur Beschneiung, wurde dafür doch extra der Speicherteich im Teichlboden angelegt.

 

Die Seilbahn ins Frauenkar ist schon seit vielen Jahren veraltet. Offensichtlich sind sich die Projektwerber sicher, den Skigebietszusammenschluss realisieren zu können, anders lässt sich diese Art und Weise, wie die Erneuerung verzögert wird, nicht erklären.

 

Dass man durch diese Maßnahmen aber auch Gäste verliert, die dann wahrscheinlich nicht wieder kommen, das nimmt man mit dieser Strategie in Kauf. Dabei weiß man, dass sich nichts schwerer ändern lässt, als die Gewohnheiten der Kunden. Gibt man eine Gewohnheit auf und wendet sich einer anderen Alternative zu, lässt einem nichts mehr so leicht zur alten Gewohnheit zurückkehren (außer vielleicht aggressives Preisdumping, aber dieses Instrument könnte auch jetzt schon zur Steigerung der Besucherfrequenz eingesetzt werden).

Gefahr für die Tourismusbetriebe der Region

Jeder Gast, der sich jetzt aus oben genannten Gründen gegen die Region entscheidet, bleibt wahrscheinlich verloren. Wie sollen also jemals so viele Gäste gewonnen werden, um die Investitionen in die Infrastruktur hereinspielen zu können? Können Dauerschrägfahrten soviel Anreiz bieten, um die Aufenthaltsdauer der Skitouristen zu verlängern?


Fakt ist, dass durch die schweren Eingriffe in das Landschaftsbild und die Beeinträchtigung des Erholungswertes durch Lärm, Staub und hohes Verkehrsaufkommen, zusätzlich Gäste verloren gehen, nämlich jene, die gerade wegen der Schönheit und der Ruhe in unsere Region kommen. Das kann zu einem signifikanten Verlust von Nächtigungszahlen in der Sommersaison führen.